„Die Mittel sind unkompliziert und stark: Es genügen ein Akteur, ein Plüschhund, eine Leinwand, eine Bettdecke, dazu noch Licht und Ton. […] Es gibt Bravo-Rufe und Standing Ovations für sehr viel Mut und sehr viel Offenheit.“
Luzerner Zeitung, Susanne Holz, 21. Januar 2024Rüdiger
Hauffe
hat an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg studiert. Seit 2021 am Luzerner Theater, davor u. a. am Staatstheater Mainz und Oldenburgischen Staatstheater tätig.
Der Mensch hinter den Rollen
«Hallo, mein Name ist Rüdiger – Rüdiger Hauffe.»
Als Kind wurde bei mir Morbus Perthes diagnostiziert. Meine Beine trugen mich eines Tages nicht mehr und ich stürzte 65 Stufen hinunter, es folgten verschiedene Untersuchungen, 7 Wochen Krankenhaus und Jahre in Schienen - erst einseitig, nach einem Jahr sogar beidseitig. Vier Jahre lang musste ich mit diesen Gehilfen leben und bekam schließlich das Urteil "kein Stehberuf".
Nach meinem Abitur habe ich ein einjähriges Praktikum am Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau als Bühnentechniker absolviert und durfte schon bald nicht nur das Bühnenbild aufbauen, sondern auch selbst immer öfter darin spielen. Dennoch hielt ich das zunächst nur für mein Hobby und schrieb mich für ein BWL-Studium ein. Doch je länger ich im Hörsaal saß, desto stärker zog es mich dorthin, wo ich eigentlich hingehörte: auf die Bühne.
Nach einem erneuten medizinischen Check erhielt ich endlich das "Okay" für ein Schauspielstudium - mit der Bedingung, mir ab und zu einen Stuhl in die Inszenierungen einzubauen.
Ähm, lasst es mich so ausdrücken:
«Stühle sind zum Bespielen da, aber nicht zum Sitzen!»
Also brach ich BWL ab und sprach an verschiedenen Hochschulen vor. Beim achten Vorsprechen wurde ich angenommen - an der HOCHSCHULE FÜR MUSIK UND THEATER in HAMBURG.
Heute bin ich seit über zehn Jahren Schauspieler und dankbar für einen Beruf der spannend, abwechslungsreich und herausfordernd ist. Ein Beruf, der mich täglich wachsen lässt - und den ich trotz aller medizinischen Prognosen ausüben darf.
Stationen, Rollen, Produktionen
| Jahr | Stück | Rolle | Regie | Theater |
|---|
| Jahr | Titel | Rolle | Regie | Produktion |
|---|
| Jahr | Institution / Workshop | Abschluss / Inhalt |
|---|---|---|
| 2007–2011 | Hochschule für Musik und Theater Hamburg | Bachelor of Arts – Schauspiel |
| 2003–2005 | Fachhochschule Zittau/Görlitz | BWL-Studium – 4 Semester |
| 2021 | To Be Or Not To Act – Jo Kelly | The Purposeful Actor |
| 2020 | To Be Or Not To Act – Jo Kelly | From Resistance to Freedom: 33 Day Reset Journey |
| 2019 | Susan Batson / Bettina Lohmeyer | Creating a Character · Camera Acting |
| 2018 | Fight- und Stuntworkshop | Simon Schwarzwald, Frankfurt am Main |
| 2015 | Susan Batson / Bettina Lohmeyer | Creating a Character · Camera Acting, Zürich |
Porträts, Bühne, Kamera
vom Schweigen, Sprechen und Schweigenbrechen
„ausgesprochen ich“ ist ein persönlicher Soloabend von und mit Rüdiger Hauffe. Ausgehend von eigenen Kindheitserfahrungen erzählt der Abend vom Schweigen, vom Sprechen und von dem Versuch, dem Unsagbaren eine eigene Sprache zu geben.
Die Inszenierung verbindet autobiografische Erzählung mit einer fiktionalen Space-Western-Ebene. So entsteht bei aller Nähe zum Publikum eine künstlerische Form, die Distanz schafft, wo Distanz nötig ist – und Offenheit ermöglicht, wo Sprache lange gefehlt hat.
Im Mittelpunkt steht nicht die Tat und nicht die Anklage des Täters, sondern die Perspektive des erwachsenen Rüdigers auf das Erlebte. Der Abend erzählt von jahrelangem Schweigen, von Verdrängungs- und Schutzmechanismen – und von dem Weg, dieses Schweigen zu brechen.
Private Erinnerungen, Fotos und wenige Gegenstände treffen auf Projektionen, Figuren und Bilder aus einem Space-Western-Universum. So wird der Theaterraum zu einem Ort, an dem persönliche Erfahrung und künstlerische Transformation zusammenfinden.
„ausgesprochen ich“ ist kein Abend der Bloßstellung, sondern ein Akt der Selbstermächtigung. Die Zuschauenden erleben mit, wie aus einer persönlichen Geschichte eine theatrale Form wird – und wie daraus ein Raum entsteht, in dem Tabuisiertes hörbar werden kann.
Ein moderiertes Nachgespräch im Anschluss eröffnet die Möglichkeit, das Gesehene gemeinsam weiterzudenken und darüber ins Sprechen zu kommen.
„Hauffes Rückeroberung der Erzählmacht geht einher mit dem Brechen des Schweigens, das ihn jahrelang einsam machte. […] Es ist ein starkes Stück, das das Luzerner Theater ermöglicht hat.“
Kulturtipp, Deborah von Wartenburg, 30. Januar 2024Für Casting, Bühne, Film und Stimme
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